Ausser sich

Es gibt Momente, in denen man »außer sich« ist und vielleicht habe ich darüber hier auch schon einmal geschrieben. Augenblicke, in denen man das Verschwommene vor den Augen sucht, in denen man vielleicht ein wenig in sich selbst hineinschaut, vielleicht aber auch gar nirgendwo, in einer Art »Nichts« sich aufhält, um einfach einmal ohne äußere Einflüsse zu sein, die Augen und die Seele für Sekunden pflegt. Vielleicht will ich es auch gar nicht aufspießen, sondern einfach unbenannt lassen. Ich erinnere mich an die Verfilmung von »Ansichten eines Clowns«, in der es eine Szene gibt, in welcher der junge Hans Schnier, der Junge, seine größere Schwester im Garten sieht. Und er sie fragt, woran sie denkt. Und sie darauf antwortet: »An nichts. Ich denke an nichts.« Das ist ein Zitat, das aus dem Kopf erfolgt und somit ohne Gewähr.

Ich liebe diese Momente. Und entdecke sie sehr oft bei Kindern. Diesen Momenten ist eine kleine Serie gewidmet und sie wurde auch in meinem Atelier einmal ausgestellt.

Jörg Kassühlke

-- Geboren in Northeim, Niedersachsen - - Gemeindereferent im pastoralen Dienst seit 2011 in Aschaffenburg - - Bücherfreund, ehemaliger Profifotograf, noch immer mit der Leica und dem iPhone unterwegs --

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Avatar

    Oh ja.
    Staunend betrachtet man die Kinder immer dabei. Sogar Theo mit seinen gerade einmal vier Monaten pflegt diesen Blick in die Ferne. Sonst untersucht und betrachtet er alles sehr intensiv und von einem Moment auf den anderen träumt er sich davon. Der Große ist ohnehin ein Meister in diesem Fach. Seine Sensibilität bringt uns tagtäglich zum Staunen.

  2. Avatar

    »Der Große ist ohnehin ein Meister in diesem Fach.« Daran kann sogar ich mich erinnern. Habe ihn öfter so „außer sich“ gesehen. Die zwei Knupsis würd‘ ich gern einmal wieder sehen…

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