Die Tür

Es gibt Türen, die sind und
bleiben verschlossen. Es gibt solche Türen auch in meinem Leben. Niemals konnte
ich durch sie hindurch gehen, auch wenn ich es noch so wollte, auch wenn ich
mich noch so sehr danach sehnte, auch wenn ich mich noch so mühte.
Und auch wenn es seltsam
klingen mag, so bereue ich es nicht. Heute sehe ich diese Türen und frage mich,
warum es mir so wichtig gewesen war, dort hinein zu kommen. Jetzt würde ich keinen
Finger mehr dafür rühren.
Daneben gab es Türen, bei
denen es mir wirklich wichtig war, sie öffnen zu können. Es gelang mir und ich
bin noch immer froh darüber.
Dann gibt es Türen, die sich
wie selbstverständlich auftaten. Und ich ging einfach hindurch. Und wunderte
mich, dass es so einfach gewesen ist. Und wunderte mich zudem, dass es mir so
wichtig gewesen war.
Dann gab es noch eine Tür,
die ich verschmäht habe. Irgendwann einmal hatte ich sie gesucht, sie wurde mir
geöffnet und ich durfte eintreten und mich frei bewegen. Irgendwann ging ich
wieder zurück, schloss die Tür und kam nicht mehr zurück. Immer einmal wieder
erschien ich vor ihr. Dann sah ich sie, fand sie unansehnlich, nicht reizvoll.
Und ich dachte etwas wie: es riecht nach Motten und alten Spinnweben. Was
sollte mich dazu bringen, sie wieder öffnen zu wollen?
Sie schaut unansehnlich aus.
Sie ist nicht schön. Sie mag auf den modernen Zeitgenossen verstaubt, von
Vorvorgestern und gänzlich reizlos erscheinen. Auch auf mich wirkte sie so. Was sollte mich dazu
bringen, dort um Einlass zu bitten? Wofür?
Niemals kann ich diese Gnade
begreifen, dass mir, als ich nach fast dreißig Jahren wieder dort erschien, sie geöffnet wurde. Dass mir der Zugang nicht verwehrt blieb, sondern ein
zaghaftes zitterndes Klopfen reichte. Es war nicht einmal das. Vielmehr reichte
nur ein Wort, ein Wort, ein Name, der über allen Namen steht. Und die Tür
öffnete sich. Aus ihr strömte und strömt noch jetzt eine Liebe, deren ich noch
immer nicht gewachsen scheine.
»Ich bin die Tür. Wenn jemand
durch mich eintritt, wird er gerettet werden.«
Johannes
10,9 (NGÜ)

Jörg Kassühlke

-- Geboren in Northeim, Niedersachsen - - Gemeindereferent im pastoralen Dienst seit 2011 in Aschaffenburg - - Bücherfreund, ehemaliger Profifotograf, noch immer mit der Leica und dem iPhone unterwegs --

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Avatar

    Ich kann nur jeden Menschen dazu ermutigen, die Tür in seinem Herzen für JESUS zu öffnen und ihn einzuladen, hereinzukommen in sein Leben.
    Und so frage ich:
    Wovor ängstigt ihr euch ?
    Euer Leben kann nur besser werden, als es bisher ist! Es gibt nichts zu verlieren – Aber EWIGES LEBEN ZU GEWINNEN.
    Besser… lebendiger…Ewig…
    Wer wagt, gewinnt! Öffnet JESUS die Türe zu eurem Herzen.
    Wagt den Schritt in ein neues Leben, in
    "DAS LEBEN mit JESUS".

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