Bedrohlich

Wieder ziehen bedrohliche Wolken auf; sie sind bereits da und füllen nahezu das ganze Bild. Zu gut erinnern wir uns an die Finanzkrise von vor wenigen Jahren und schauen nun unruhig auf das, was an den Finanzmärkten geschieht. Menschen sind in Sorge, teilweise panisch, nicht nur, weil ihre Ersparnisse oder Anlagen unsicher sind. Viele Menschen sorgen sich um den Zustand der Welt, auch darum, was aus uns wird. Was macht es mit Europa, wenn nicht nur Griechenland oder/und Italien straucheln? Sicher gibt es Sorgen, die berechtigt sind. Möglicherweise auch diese. Aber gerade wir Mitteleuropäer haben bis jetzt kaum wirklich Grund zur Sorge, so glaube ich. Dennoch kann Sorge machen, wie da zuweilen regiert wird. Auch darum, wer da zeitweise das Sagen hat. Und manchmal wünsche ich mir Politiker meiner Kindheit zurück. Männer und Frauen wie Heinemann, Albertz, Brandt und Hamm-Brücher. Aber ich muss auch an ein Wort des Theologen Karl Barth denken, das er in einem Telefonat am Abend vor seinem Tod mit seinem Freund Eduard Thurneysen verlauten ließ:»Ja, die Welt ist dunkel…… Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her! Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. Bleiben wir doch zuversichtlich auch in den dunkelsten Augenblicken! Lassen wir die Hoffnung nicht sinken, die Hoffnung für alle Menschen, für die ganze Völkerwelt! Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns und uns alle miteinander nicht! – Es wird regiert!« Deshalb: »Nur ja die Ohren nicht hängen lassen!«

Jörg Kassühlke

-- Geboren in Northeim, Niedersachsen - - Gemeindereferent im pastoralen Dienst seit 2011 in Aschaffenburg - - Bücherfreund, ehemaliger Profifotograf, noch immer mit der Leica und dem iPhone unterwegs --

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