Vor dem Essen


Beten? Vor dem Essen? Ist das nicht von Vorgestern? Und warum sollte ich für etwas danken, für das ich selbst gesorgt habe? Einer der bekanntesten Journalisten Deutschlands und Chefredakteur von ”Die Zeit“, Giovanni di Lorenzo, bezeichnet das Beten vor dem Essen »als schönsten Moment des Tages«. Warum? Vielleicht weil uns die Dankbarkeit für wesentliche Dinge des Lebens verloren geht? Viele Fragen. Fragen, die ich für andere Menschen, auch für den von mir sehr geschätzten Chefredakteur nicht beantworten mag. Aber für mich schon. Beileibe bete ich nicht immer vor jedem Essen, das ich zu mir nehme. Zumindest nicht hörbar. Und manchmal bin ich traurig darüber, dass ich etwas wie selbstverständlich hinnehme, das nicht selbstverständlich ist. Denn sicher kann ich selbst nichts dafür, dass ich Essen auf dem Tisch stehen, ein Dach über dem Kopf habe und auf meiner Fahrt nach Hause bewahrt worden bin. Ich bin dankbar, dass es so ist. Und ich nehme es gerne aus der Hand dessen, der Himmel und Erde gemacht hat. Denn auch Jesus, der Sohn Gottes, betete vor dem Brechen des Brotes. Danke Herr, dass ich jeden Tag von Dir versorgt werde..

Jörg Kassühlke

-- Geboren in Northeim, Niedersachsen - - Gemeindereferent im pastoralen Dienst seit 2011 in Aschaffenburg - - Bücherfreund, ehemaliger Profifotograf, noch immer mit der Leica und dem iPhone unterwegs --

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

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    Das alles ist nicht selbstverständlich. Innehalten und sich dessen bewußt werden ist eine gute Sache. Wieder eine schöne Fotografie, die das Thema unterstreicht.

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    Danke, mein Lieber. Nimmst Du eigentlich bei jedem Schritt vor die Tür die schwarze Schöne mit?

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    Ja, die Kamera ist immer dabei. Im Schrank wäre sie unnütz und die Momente warten nicht, bis man sie hervor holt 😀

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    Das mit dem "Beten" vor – oder vielleicht auch "nach" dem Essen ist eine gute Frage. Gerade in jüngster Zeit habe ich sie mir oft gestellt, weil ich ja jetzt regelmäßig bete ( außer beim Essen)…
    Ich glaube, zumindest 1 Grund dafür zu kennen, wieso ich (oder auch die meisten Leute) es nicht tun: Es ist so eine Art Scham, weil wir denken: "Was denken denn jetzt die Anderen, wenn ich sie auffordere, einen Moment innezuhalten, vor oder nach dem Essen, um mit/zu Gott zu sprechen, denn nichts Anderes ist ein Gebet, vielleicht ist es ihnen unangenehm, oder vielleicht belächeln sie mich ???
    Aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass wir nur Mut dazu haben sollten, es zu tun – denn die Anderen haben ja auch den Mut dazu, es nicht zu tun !!!
    Ein jeder hat ja die Freiheit mitzubeten – oder auch nicht. Also: Was hindert uns eigentlich daran, unseren Dank gegenüber Gott zu bekennen – N i c h t s – außer wir selbst, nämlich der "innere Schweinehund", den ihr sicher alle gut kennt.weil wir uns über das Beten (vor Allem beim Essen in Gesellschaft) viel zu viele Gedanken machen.
    Also-Mut und Besinnung – und legt den "Inneren Schweinehund an die Kette!"

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